Die Integration von Flüchtlingen und ihre Rolle im System der Wohlfahrt Die meisten Staaten der westlichen Welt sind heutzutage sogenannte Einwanderungsländer. Das heißt aus der ganzen Welt und besonders aus geographisch naheliegenden Regionen strömen täglich tausende Flüchtlinge an ihre Grenzen in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Für die Länder Europas gilt dies ausnahmslos. Über das Mittelmeer kommen täglich Flüchtlinge aus Afrika an. Größtenteils handelt es sich dabei um Afrikaner, die der Armut ihrer Heimat entkommen wollen. Unter ihnen sind oftmals aber auch politische Flüchtlinge, deren Leben durch Gewalt bedroht wird. Besonders bei Letzteren fühlen sich die europäischen Demokratien zur Gewährung von Asyl verpflichtet. Schließlich bekennt man sich ja zu universellen Menschenrechten.
In den vergangenen Jahrzehnten haben die europäischen Staaten eine große Zahl von Einwanderern aufgenommen. Diese kamen teilweise als eingeladene Gastarbeiter und teilweise als Flüchtlinge aus wirtschaftlichem Elend oder politischer Unterdrückung. Ihre Herkunftsländer liegen auf der ganzen Welt verteilt, vorwiegend aber aus benachbarten Weltregionen wie Osteuropa, dem Nahen Osten oder Nordafrika.
Lange haben sich Politik und Gesellschaft wenig mit der Frage nach der Integration der Neuankömmlinge beschäftigt. Die überwiegende Mehrheit von ihnen, nämlich solche, die als Gastarbeiter gekommen waren, sollten ja ohnehin nach ein paar Jahren wieder in ihre Heimatländer zurückkehren. Erst nach Jahren schien die Integration der überwiegend muslimischen Immigranten plötzlich eine der großen politisch-gesellschaftlichen Herausforderungen. Schon wurden vermeintliche Parallelgesellschaften angeprangert, die Mitbürger mit Migrationshintergrund als Nutznießer der Wohlfahrt ohne eigenen Beitrag verunglimpft und überhaupt eine Islamisierung Europas befürchtet. Gerade in den letzten Jahren hat dies unter anderem zum europaweiten Erstarken von rechtspopulistischen Strömungen geführt.
Doch die Frage nach dem Umgang mit Flüchtlingen und deren Integration ist nicht so einfach. Es genügt jedenfalls nicht, den Zustrom von Einwanderern zu stoppen, möglichst viele Immigrierte abzuschieben oder anderweitig zur Ausreise zu bewegen und die übrigen mit allen Mitteln zur Assimilierung zu zwingen. Denn nicht ohne Grund wurden Gastarbeiter eingeladen und vermutlich ebenso wenig grundlos wird der stete Zustrom von Ausländern von manchen Experten als wirtschaftlich notwendig eingeschätzt. So soll nämlich der Nachschub an Arbeitskräften gewährleistet werden. Dann sind die Flüchtlinge nicht mehr nur Nutznießer, sondern auch Beitragszahler zur öffentlichen Wohlfahrt.
Denn in Zeiten des demographischen Wandels bedarf es wohl gerade diesem Zustrom von arbeitsfähigen und arbeitswilligen Menschen um die Systeme der öffentlichen Wohlfahrt zu erhalten. Natürlich muss dieses Potential auch genutzt werden. Abgrenzung von der einen und Ausgrenzung von der anderen Seite stehen dem sicher im Weg. Das Ziel vollständiger Anpassung und Assimilierung wiederum scheint wenig erfolgversprechend aber auch nicht notwendig. Ebenso wenig eine laissez-faire Politik bei der auf ein Mindestmaß an Anpassung seitens der Zugewanderten verzichtet wird. Denn Grundlagen wie die Sprache oder ein Bekenntnis zur Rolle des mündigen Bürgers in einer Demokratie sind unverzichtbar für eine erfolgreiche Integration. |
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